Die 20'er JAhre

Auch noch 1920 war der erst vor wenigen Jahren beendete Erste Weltkrieg nach wie vor ein Thema in der Automobilbranche.

Die meisten Hersteller bezogen ihre aktuelle Produktion auf die Wiederaufnahme der Modelle von 1914, ließen jedoch bereits das Wissen der Automobilhersteller wie Ford und General Motors aus den USA mit einfließen. Doch durch die vorherrschende Rohstoffknappheit in Deutschland stellte die Produktion von Kleinwagen mit seitengesteuertem Motor und getrenntem Getriebe die Priorität der meisten Hersteller dar. 

Meilensteine in der Automobilentwicklung

1924 erfanden Koch & Co. den ersten in Längsrichtung liegenden 12PS-starken Boxermotor und setzten damit einen Meilenstein in der Weiterentwicklung des Automobils. Viele Hersteller, die in diesen Jahren entstanden oder ihre Firma zu einem regelrechten Konzern ausbauten (u.a. Opel, NSU, BMW) nahmen sich an diesem Motor ein Beispiel und veränderten es passend zu ihrer eigenen Markenlinie.

In den weiteren Jahren kam die Konkurrenz jedoch nicht aus den eigenen Reihen, sondern aus dem Ausland. Fuhr um 1925 herum erst jeder hundertste Deutsche ein Automobil, so war es in den USA bereits jeder sechste Bürger. Die schnelle Produktion im Land der unbegrenzten Möglichkeiten konnte vor allem auf Grund des Einsatzes von Fließbändern relativ kostengünstig und absatzorientiert ausgeführt werden, der Import nach Deutschland war dadurch optimal gewährleistet.

Wilhelm Opel, der die Deutsche Automobilausstellung am 26.11.1925 in Berlin eröffnete, machte sich mit der Ansage 'Deutsche kauft deutsche Wagen!' Luft. Doch leider brachte auch ihm dieser patriotische Spruch nichts; 1929 musste sein Werk in Rüsselsheim dutzende Entlassungen anordnen, für den Rest der Belegschaft stand für mehrere Monate Kurzarbeit auf dem Plan. 
Ford und Chevrolet waren für die deutschen Hersteller bitter spürbar auf dem Vormarsch.

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