Die 30'er JAhre

Trotz der Wirtschaftskrise nahm die Motorisierung stetig zu. 1930 steigerte sich die Produktion gegenüber dem Vorjahr um 17,2%; außerdem wurde der Wunsch nach luxuriöseren und leistungsstärkeren Modellen immer größer.

Daher brachte im Deutschen Reich neben Horch mit den Typen 400 und 405 auch Daimler-Benz einen 8-Zylinder-Wagen heraus: Der »Große Mercedes« Typ 770 hatte 7,7 Liter Hubraum und leistete ohne Kompressor 150, mit Kompressor 200 PS.


Die Stromlinienform hält Einzug

Diese Automobile wurden allerdings, genauso wie der neue 7-Liter-Maybach »Zeppelin« Typ DS 7 mit 12 Zylindern, nur in kleinen Stückzahlen gebaut und waren lediglich für wenige erschwinglich. Dagegen machten Wagen mit einem Hubraum von zwei bis drei Litern den größten Teil der im Deutschen Reich gekauften Pkw aus, die sich ebenfalls, wie die Luxusmodelle, immer mehr an stromlinienförmigen Gestaltungselementen orientierten und dabei verwendete tropfenförmige Kotflügel und Scheinwerfer Vorboten eines neuen Designs darstellten.


Seit 1935 wurden bereits viermal so viele Automobile zugelassen wie noch 1931; mit einem Marktanteil von 43% beherrschte Opel klar den Markt. Doch auch seine Kleinwagen konnte sich der Durchschnittsbürger nach wie vor nicht leisten; ausländische Hersteller, besonders FIAT, witterten daher ihre Chance, mit günstigeren Modellen den Markt zu erobern.

Seit Mai 1938 befand sich das Werk für den »Kraft-durch-Freude«-Wagen (KdF- oder Volkswagen) im Bau und stellte ab Oktober geländegängige Kübelwagen her, die allerdings ebenfalls nicht als Automobil für den Durchschnittsbürger angesehen werden konnten.
1939 gingen auch in anderen Werken neue Wagen in Serie, darunter der BMW 335 (90 PS, 3485 cm3, 145 km/h Höchstgeschwindigkeit, 7850 bis 9700 RM), der Maybach SW 42 (140 PS, 4197 cm3, 140 km/h, 13 800 bis 21 600 RM), der Mercedes-Benz 230 (55 PS, 2289 cm3,116 km/h, 5875 bis 9500 RM) und der Ford Taunus mit 34 PS.


Meistbeachtetes neues Modell in Frankreich war der Peugeot 202 mit seinen vier Türen und vier Sitzen, was eine weitere Revolution in der Fertigung von Automobilen darstellte.

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